Friday, March 29, 2013

Laos and islands...lots of islands...



Ist es wirklich erst zwei Wochen her, seit ich das letzte Mal geschrieben habe? Es ist so viel passiert, dass ich damit auch locker einen Monat hätte füllen können.

Wieder einmal sitze ich nun in einem Coffeeshop, diesmal in Krabi (Süd-Thailand) im Flughafen und warte auf meinen Flug nach Bangkok. Recht verwirrend, denn da kam ich gerade erst vor einer Stunde her, aber wenn Lufthansa zu unflexibel ist um einen Flug zu stornieren ohne 700 Dollar Tarifausgleich zu verlangen, dann ist es halt günstiger einen Abstecher über Krabi zu machen…muss man nicht verstehen, ich sehe Thailand zweimal mehr als notwendig von oben und Klimawandel und Greenpeace mögen es mir verzeihen.
Laos…Laos war genial! Sehr viel entspannter als Kambodscha, friedlicher, ländlicher, wunderschöne im Moment von der Trockenzeit ausgedörrte Natur, weniger chaotische Straßen, es gab wieder braune Kühe, selbst Dörfer hatten Stromleitungen und es gab die Berge, die ich ab und zu in Kambodscha vermisst habe. Und jeder strahlte einen mit einem breiten „Sabaidiiiieee“, was eine der fröhlichsten Begrüßungsfloskeln ist die ich bisher gehört habe. Oh, und es war heiß…sehr heiß. Einmal zeigte der Wetterbericht 42 Grad an, was dank Luftfeuchtigkeit allerdings gefühlte 46 Grad waren. Leider musste ich gleich am ersten Abend mir den Bauch mit Laos-Spezialitäten vollschlagen (sehhr viel Koriander und Zitronengras…), was mir ein paar unangenehme Nächte auf dem Allerheiligtum beschert hat. Da ich allerdings am 3.Tag Laos Gunther und Tratzi treffen wollte und wir ein straffes Reiseprogramm geplant hatten, heilte ich mich selbst mit (Mediziner überlest das mal…) einer Überdosis gefakter Loperamidtabletten aus einer kleinen laotischen Apotheke, bis es besser wurde. Glücklicherweise hat das auch wirklich funktioniert. Die Laos-Küche hat mich allerdings als Fan verloren, schon allein weil ich kein Koriander mehr sehen kann. 


Leider hat mich dies auch um das berühmt-berüchtigte Tubing in VangVieng gebracht. Man stelle sich ein kleines beschauliches Örtchen am Fluss vor, umgeben von atemberaubenden Karstfelsformationen. Und auf diesem Fluss eine Menge westlicher Jugendliche auf großen Autoreifen, die entlangtreiben, sich mit Seilen übers Wasser baumeln lassen und trinken…viel trinken. Da die Bars und Partystationen entlang der Tubingstrecke allerdings vor einem halben Jahr dicht gemacht haben, da zu vielen nicht klar war, dass man unter Alkohol- und MagicMushroom-Einfluss nicht mehr schwimmen kann, vor allem nicht im Regenzeit-Hochwasser, war eh nicht mehr so viel los. Für einen Motorradausflug (mein erstes Mal auf einem Motorrad!!!) ins Karstgebirge um schöne tiefe Höhlen zu erkunden, in denen sich auch gut und gerne Gollum wohlgefühlt hätte, hats allerdings gereicht.


Nach Vang Vieng ging es wieder zurück nach Vientiane und von da an waren wir zu dritt unterwegs. Da wir nur zwei Wochen für den Süden von Laos und Kambodscha Zeit hatten, ging es auch relativ zügig in zum Glück meist offenen Bussen voran, damit wir so viele schöne Orte wie möglich mitnehmen können. Und es hat sich gelohnt! Laos ist ein wirklich schönes Land. Wir sind mit dem Boot durch Kong Lor, eine 7 km lange Höhle gefahren, 2 Tage mit dem Motorrad übers Bolaven Plateau, entlang von Kaffeeplantagen und Wasserfällen, nach Champasak zum „Angkor Wat von Laos“, und haben auf den 4000 Inseln 2 Tage versucht die Hitze zu ignorieren und stattdessen die Mekongfälle besichtigt und an der Flussgrenze zu Kambodscha versucht die Irrawady-Delfine zu beobachten – einen haben wir gesehen und sonst zwei fast schon wieder im Wasser verschwundene Rücken. Ihnen war wahrscheinlich auch zu warm. Nebenbei hatten wir auch einige abenteuerliche Reiseabschnitte. Die Minibusse glichen in Laos eher Transportern mit überdachter Ladefläche und zwei schmalen langen Pritschen auf die jeweils 5 Mann gepasst haben. Der Vorteil: man hatte viel kühlenden Fahrtwind und es machte viel Spaß sich hinten auf die Ablagefläche zu stellen und Fahrtwind und Panoramablick zu genießen. Der Nachteil: Wenn ein tropenartiger Regen los geht ist man pitschnass. Nach einer solchen Regenfahrt kamen wir nachmittags am Busbahnhof an und entschieden spontan nicht erst auf den Nachtbus zu warten, sondern gleich in den zu springen, der gleich abfahren wollte. Im Endeffekt kamen wir so nachts um 3 im schlafenden Pakse an. Während die Hälfte unserer Reiserunde vorm billigsten Hostel auf der Straße sitzen blieb und warten wollte, bis jemand wach war, nutzen wir gleich die Chance einen Tag zu gewinnen und steuerten ein gutes Hotel an (das einzige was scheinbar noch offen war), und hatten erholsame aber vergleichsweise teure 5 Stunden Schlaf. Ein weiterer unvergesslicher Reisemoment war die Fahrt zu den 4000 Inseln. Wir wurden von Champasak aus mit dem Tuktuk/Minibus zur Fähranlegestelle gebracht, wo ein kleines Floß (ein paar Holzbretter getragen von zwei Fischerkajaks) auf uns wartete, dass gerade so uns, unsere Taschen, ein Motorrad und eine alte Frau tragen konnte. Vom anderen Ufer aus ging es wieder mit dem Tuktuk/Minibus bis zu einer größeren Weggabelung, von der aus wir angeblich Busse anhalten konnten. Nun ging die Wartezeit bei 40 Grad los, im Schattenplatz eines kleinen Imbissladens, in dem sonst niemand war, nur immer mal aufspringen wenn ein Bus ankam. Ich fühlte mich zeitweise abenteuerlich wie Hemingway, fehlte nur noch der Schnaps und Berge am Horizont…aber die Busse hielten nicht an. Als ich langsam verzweifelt versuchte einen überfüllten Minibus anzuhalten, der allerdings woanders hinfuhr, wurde ein Lexus auf uns aufmerksam. Dazu muss man sagen, hier gibt es keine 0-8-15 Autos. Entweder fetter Jeep oder gar nix. Drin saß eine nette Familie auf dem Weg zu den 4000 Inseln zum Wochenendurlaub, die Gepäck, Gunther und Tratzi auf die Ladefläche gepackt haben und mich mit der Frau und zwei schlafenden Kindern auf der Rückbank sitzen ließ. Und schon ging es im rasanten Tempo bis zum Ziel. Was für ein Glück und nebenbei konnte ich auch noch einiges über das Leben in Laos in Erfahrung bringen. Besonders nachdem herauskam, dass ich aus dem sozialistischen Osten stamme, der scheinbar einigen gleichgesinnten Freunden der Familie ein Studium in Deutschland ermöglicht hatte, war genug Gesprächsstoff da. ;)


Nach den Inseln ging es mit kurzem Zwischenstopp in Phnom Penh, während dem die beiden Stadtbesichtigung gemacht haben und ich mich von einem blinden „Seeing Hands“-Masseur durchkneten ließ, ging es zur nächsten Insel. Dreimal dürft ihr raten….Koh Rong! Hab ich ein Glück dass meine zwei Reisegefährten auch die Tropeninselseite von Kambodscha sehen wollte. So hatte ich noch einmal die Chance zurückzufahren. Und die Überraschung auf Seiten meiner Inselbewohner war groß. Ich wurde erst einmal von einem lauten Quietschen meiner lieben kambodschanischen Kolleginnen begrüßt. Es war irgendwie surreal wieder dort zu sein und das Inselleben als Tourist mitzubekommen. Ein Teil meiner Arbeitskollegen sind bereits wieder abgereist, so dass mich nun fremde Gesichter bedient haben, die einige neugierige Blicke drauf hatten, dass ich so vertraut mit den Kambodschanern und Barkeepern umgehe. Aber es war sehr schön alle wiederzusehen und am Strand zu entspannen. Zumal wir eine sehr schöne Hütte an einer ruhigeren Lagune hatten.   Der Abschied war wieder unglaublich schwer. Eine Freundin und ein ehemaliger Arbeitskollege standen am Strand und wollten mich nicht aufs Boot lassen…ich wäre ja wirklich gern dort geblieben.
Aber es muss ja auch irgendwie weitergehen. Gestern Abend hatten wir 3 noch ein schönes Abendessen im noblen Titanic Restaurant in Phnom Penh und nun kommen erst einmal zwei Tage allein in Bangkok, während die beiden Siem Reap und die Tempel erkunden. Danach treffen wir uns wieder und Gunther und ich fahren nach Krabi. Tauchen, klettern, schnorcheln…ich freu mich drauf! J

2 comments:

  1. Ebenfalls *neid*.
    Hier liegt immer noch Schnee. An deiner Stelle würd ich mir echt Zeit lassen mit dem Rückflug oder dort sesshaft werden ;-)

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