Ist es wirklich erst zwei Wochen her, seit ich das letzte
Mal geschrieben habe? Es ist so viel passiert, dass ich damit auch locker einen
Monat hätte füllen können.
Wieder einmal sitze ich nun in einem Coffeeshop, diesmal in
Krabi (Süd-Thailand) im Flughafen und warte auf meinen Flug nach Bangkok. Recht
verwirrend, denn da kam ich gerade erst vor einer Stunde her, aber wenn
Lufthansa zu unflexibel ist um einen Flug zu stornieren ohne 700 Dollar
Tarifausgleich zu verlangen, dann ist es halt günstiger einen Abstecher über
Krabi zu machen…muss man nicht verstehen, ich sehe Thailand zweimal mehr als
notwendig von oben und Klimawandel und Greenpeace mögen es mir verzeihen.
Laos…Laos war genial! Sehr viel entspannter als Kambodscha,
friedlicher, ländlicher, wunderschöne im Moment von der Trockenzeit ausgedörrte
Natur, weniger chaotische Straßen, es gab wieder braune Kühe, selbst Dörfer
hatten Stromleitungen und es gab die Berge, die ich ab und zu in Kambodscha
vermisst habe. Und jeder strahlte einen mit einem breiten „Sabaidiiiieee“, was
eine der fröhlichsten Begrüßungsfloskeln ist die ich bisher gehört habe. Oh,
und es war heiß…sehr heiß. Einmal zeigte der Wetterbericht 42 Grad an, was dank
Luftfeuchtigkeit allerdings gefühlte 46 Grad waren. Leider musste ich gleich am
ersten Abend mir den Bauch mit Laos-Spezialitäten vollschlagen (sehhr viel
Koriander und Zitronengras…), was mir ein paar unangenehme Nächte auf dem
Allerheiligtum beschert hat. Da ich allerdings am 3.Tag Laos Gunther und Tratzi
treffen wollte und wir ein straffes Reiseprogramm geplant hatten, heilte ich
mich selbst mit (Mediziner überlest das mal…) einer Überdosis gefakter
Loperamidtabletten aus einer kleinen laotischen Apotheke, bis es besser wurde.
Glücklicherweise hat das auch wirklich funktioniert. Die Laos-Küche hat mich
allerdings als Fan verloren, schon allein weil ich kein Koriander mehr sehen
kann.
Leider hat mich dies auch um das berühmt-berüchtigte Tubing
in VangVieng gebracht. Man stelle sich ein kleines beschauliches Örtchen am
Fluss vor, umgeben von atemberaubenden Karstfelsformationen. Und auf diesem
Fluss eine Menge westlicher Jugendliche auf großen Autoreifen, die
entlangtreiben, sich mit Seilen übers Wasser baumeln lassen und trinken…viel
trinken. Da die Bars und Partystationen entlang der Tubingstrecke allerdings
vor einem halben Jahr dicht gemacht haben, da zu vielen nicht klar war, dass
man unter Alkohol- und MagicMushroom-Einfluss nicht mehr schwimmen kann, vor
allem nicht im Regenzeit-Hochwasser, war eh nicht mehr so viel los. Für einen
Motorradausflug (mein erstes Mal auf einem Motorrad!!!) ins Karstgebirge um
schöne tiefe Höhlen zu erkunden, in denen sich auch gut und gerne Gollum
wohlgefühlt hätte, hats allerdings gereicht.
Nach Vang Vieng ging es wieder zurück nach Vientiane und von
da an waren wir zu dritt unterwegs. Da wir nur zwei Wochen für den Süden von
Laos und Kambodscha Zeit hatten, ging es auch relativ zügig in zum Glück meist
offenen Bussen voran, damit wir so viele schöne Orte wie möglich mitnehmen
können. Und es hat sich gelohnt! Laos ist ein wirklich schönes Land. Wir sind
mit dem Boot durch Kong Lor, eine 7 km lange Höhle gefahren, 2 Tage mit dem
Motorrad übers Bolaven Plateau, entlang von Kaffeeplantagen und Wasserfällen,
nach Champasak zum „Angkor Wat von Laos“, und haben auf den 4000 Inseln 2 Tage
versucht die Hitze zu ignorieren und stattdessen die Mekongfälle besichtigt und
an der Flussgrenze zu Kambodscha versucht die Irrawady-Delfine zu beobachten –
einen haben wir gesehen und sonst zwei fast schon wieder im Wasser
verschwundene Rücken. Ihnen war wahrscheinlich auch zu warm. Nebenbei hatten
wir auch einige abenteuerliche Reiseabschnitte. Die Minibusse glichen in Laos
eher Transportern mit überdachter Ladefläche und zwei schmalen langen Pritschen
auf die jeweils 5 Mann gepasst haben. Der Vorteil: man hatte viel kühlenden
Fahrtwind und es machte viel Spaß sich hinten auf die Ablagefläche zu stellen
und Fahrtwind und Panoramablick zu genießen. Der Nachteil: Wenn ein
tropenartiger Regen los geht ist man pitschnass. Nach einer solchen Regenfahrt
kamen wir nachmittags am Busbahnhof an und entschieden spontan nicht erst auf
den Nachtbus zu warten, sondern gleich in den zu springen, der gleich abfahren
wollte. Im Endeffekt kamen wir so nachts um 3 im schlafenden Pakse an. Während
die Hälfte unserer Reiserunde vorm billigsten Hostel auf der Straße sitzen
blieb und warten wollte, bis jemand wach war, nutzen wir gleich die Chance
einen Tag zu gewinnen und steuerten ein gutes Hotel an (das einzige was
scheinbar noch offen war), und hatten erholsame aber vergleichsweise teure 5
Stunden Schlaf. Ein weiterer unvergesslicher Reisemoment war die Fahrt zu den
4000 Inseln. Wir wurden von Champasak aus mit dem Tuktuk/Minibus zur
Fähranlegestelle gebracht, wo ein kleines Floß (ein paar Holzbretter getragen
von zwei Fischerkajaks) auf uns wartete, dass gerade so uns, unsere Taschen,
ein Motorrad und eine alte Frau tragen konnte. Vom anderen Ufer aus ging es
wieder mit dem Tuktuk/Minibus bis zu einer größeren Weggabelung, von der aus
wir angeblich Busse anhalten konnten. Nun ging die Wartezeit bei 40 Grad los,
im Schattenplatz eines kleinen Imbissladens, in dem sonst niemand war, nur
immer mal aufspringen wenn ein Bus ankam. Ich fühlte mich zeitweise
abenteuerlich wie Hemingway, fehlte nur noch der Schnaps und Berge am Horizont…aber
die Busse hielten nicht an. Als ich langsam verzweifelt versuchte einen
überfüllten Minibus anzuhalten, der allerdings woanders hinfuhr, wurde ein
Lexus auf uns aufmerksam. Dazu muss man sagen, hier gibt es keine 0-8-15 Autos.
Entweder fetter Jeep oder gar nix. Drin saß eine nette Familie auf dem Weg zu
den 4000 Inseln zum Wochenendurlaub, die Gepäck, Gunther und Tratzi auf die
Ladefläche gepackt haben und mich mit der Frau und zwei schlafenden Kindern auf
der Rückbank sitzen ließ. Und schon ging es im rasanten Tempo bis zum Ziel. Was
für ein Glück und nebenbei konnte ich auch noch einiges über das Leben in Laos
in Erfahrung bringen. Besonders nachdem herauskam, dass ich aus dem
sozialistischen Osten stamme, der scheinbar einigen gleichgesinnten Freunden
der Familie ein Studium in Deutschland ermöglicht hatte, war genug
Gesprächsstoff da. ;)
Nach den Inseln ging es mit kurzem Zwischenstopp in Phnom
Penh, während dem die beiden Stadtbesichtigung gemacht haben und ich mich von
einem blinden „Seeing Hands“-Masseur durchkneten ließ, ging es zur nächsten
Insel. Dreimal dürft ihr raten….Koh Rong! Hab ich ein Glück dass meine zwei
Reisegefährten auch die Tropeninselseite von Kambodscha sehen wollte. So hatte
ich noch einmal die Chance zurückzufahren. Und die Überraschung auf Seiten
meiner Inselbewohner war groß. Ich wurde erst einmal von einem lauten
Quietschen meiner lieben kambodschanischen Kolleginnen begrüßt. Es war
irgendwie surreal wieder dort zu sein und das Inselleben als Tourist mitzubekommen.
Ein Teil meiner Arbeitskollegen sind bereits wieder abgereist, so dass mich nun
fremde Gesichter bedient haben, die einige neugierige Blicke drauf hatten, dass
ich so vertraut mit den Kambodschanern und Barkeepern umgehe. Aber es war sehr
schön alle wiederzusehen und am Strand zu entspannen. Zumal wir eine sehr
schöne Hütte an einer ruhigeren Lagune hatten.
Der Abschied war wieder unglaublich schwer. Eine Freundin und ein
ehemaliger Arbeitskollege standen am Strand und wollten mich nicht aufs Boot
lassen…ich wäre ja wirklich gern dort geblieben.
Aber es muss ja auch irgendwie weitergehen. Gestern Abend
hatten wir 3 noch ein schönes Abendessen im noblen Titanic Restaurant in Phnom
Penh und nun kommen erst einmal zwei Tage allein in Bangkok, während die beiden
Siem Reap und die Tempel erkunden. Danach treffen wir uns wieder und Gunther
und ich fahren nach Krabi. Tauchen, klettern, schnorcheln…ich freu mich drauf! J