Monday, October 29, 2012

Der erste Monat ist geschafft...

...ich sollte ein "leider" hinzufügen, denn wenn die nächsten Monate so schnell an mir vorbeizischen wie die ersten Wochen, sitz ich in ein paar Augenzwinkern schon wieder im Flieger in Richtung Heimat. Die ersten, die zur selben Zeit wie ich gekommen sind, verlassen Kambodscha auch schon wieder...
Aber nun zu den Erlebnissen der letzten Wochen. Es waren so ziemlich alle Emotionen dabei, Freude und ein wenig Stress beim Unterrichten, Heimweh wenn ich Straßenkinder im Alter meiner Geschwister oder sogar meines kleinen Cousins Konstantin auf dem Fußweg schlafen sah, Langeweile als mich eine Grippe und Ohrinfektion für einige Tage ans Bett fesselte und viel Lachen und Spaß mit den Kindern und anderen Freiwilligen hier. Unterm Strich war es ein wunderschöner Monat voller neuer Eindrücke und ich bin mir schon jetzt sicher, dass diese Reise die richtige Entscheidung war, vielleicht sogar bis jetzt eine der besten Entscheidungen meines Lebens.


Vor 2 Wochen war das Pchum Ben's Festival in Kambodscha, eine Art Allerheiligen, zu dem alle Kambodschaner in ihre Heimatprovinzen gereist sind, um in den Tempeln ihre Ahnen zu würdigen. Von allen Buddhisten wurde die Teilnahme an mindestens 7 Zeremonien erwartet. Für uns Freiwillige hieß das 5 freie Tage zum rumreisen. Ich schloß mich einer Gruppe von 7 Mädels an, die nach Siem Reap und zu den legendären Tempeln Angkor Wat, Angkor Thom und Ta Prohm gereist ist. Allein die Busfahrten waren Erfahrungen für sich. Der Hinweg dauerte 9 Stunden statt prophezeiten 6, das Verladen des Gepäcks, zu dem auch Vieh und Motorräder gehörten dauerte schon eine Stunde und dann ging es über Huckelpisten durch die Nacht. Der Zustand der Straße zeigte sich daran, dass selbst 5 Blaulicht-Krankenwagen (oder hier eher Grünlicht) vor uns nicht schneller waren, als unser überladener Reisebus. Auf der Rückfahrt war es das komplette Gegenteil. Wir fuhren mit einem Minibus, 4 Stunden statt 5 und fuhren so rasant, dass Jen und ich (wir hatten die Plätze neben dem Fahrer) mehrmals aufschreien mussten. Würde man diese Fahrt im Comicstil verfilmen, sähe man eine kleine Staubwolke, die die ganze Zeit auf der Gegenspur fährt und Kühe, Hühner, Hunde und Motorräder würden links und rechts davonfliegen.
So abenteuerlich die Reise auch war, die Tage in Siem Reap waren wunderbar entspannt und schön. Die Tempel und die Natur ringsrum waren der absolute Wahnsinn, ich hab noch nie soviel natürliche Schönheit und atemberaubende Architektur an einem Fleck gesehen. Allein der Anblick der Tempelstadt Angkor Thom  mit dem Tempel der vielen Gesichter, Bayon, war diese ganze Reise wert. Ich fand diesen Tempel fast schöner als die Hauptsehenswürdigkeit Kambodschas, Angkor Wat. Kann aber auch daran liegen, dass ich beim ersten Besuch des Tempels, erst einmal akrobatisch die Treppen hochklettern musste und dabei meine Stoffhose streikte. Ich war also die meiste Zeit in Gedanken bei dem immer größer werdenden Riss in meiner Hose, den ich letztenendes mit einem um die Hüfte gebundenen Regencape-Rock abdecken musste...irgendwie typisch für mich, wie sonst sollte ich einen der schönsten Orte der Welt besuchen ;) Siem Reap entpuppte sich als kleine aber schöne Stadt, die vor allem von Touristen zu leben scheint. Wir haben aber ein paar sehr leckere Khmer-Restaurants gefunden, in denen wir für 3-5 Dollar geschlemmt haben wie die Könige. Und die Clubs der Stadt, wie Angkor What? und Temple Club, waren auch nicht zu verachten...;)




Ansonsten drehte sich alles hauptsächlich um das Unterrichten an meiner Schule. Die Kinder sind alle so lieb, immer am lächeln, sehr kuschelbedürftig (auch die Jungs, aber nur wenn keiner ihrer Freunde guckt) und aufgedreht...es ist fast nicht zu glauben, dass sie aus den Slums kommen oder im Waisenhaus aufwachsen. Mittlerweile hab ich herausgefunden, dass nicht alle Waisen sind, sondern zum Teil auch einfach aus katastrophalen Verhältnissen kommen, oder ihre Eltern es sich finanziell nicht leisten können für ihre Kinder zu sorgen. Der Unterricht an sich ist ok, ich hab langsam eine Struktur entwickelt und erste Lernerfolge sind zum Glück auch schon zu sehen. Die meiste Zeit sind noch Khmer-Lehrer dabei, diese sind allerdings nur für die Übersetzung von dem was ich sage zuständig. Was teilweise Fluch und auch Segen ist...die Disziplin der Kinder ist tadellos wenn der Lehrer anwesend ist, die schwächeren unter ihnen hören allerdings kaum hin was ich sage sondern warten auf die Übersetzung. Mal sehen, vielleicht hab ich sie ja bald auf dem Stand, dass sie verstehen was ich sage, so dass der Lehrer überflüssig wird. Das wäre für den Nachmittag allerdings sehr schade, da die Lehrerin ihre 1 jährige Tochter mit in den Unterricht bringt. Es unterrichtet sich viel lockerer, wenn eine süße Kleine ständig versucht uns die Bildkarten zu klauen, oder bei Liedern mitquietscht.
Seit zwei Wochen sind zwei Australier, Maddie und Dylan, mit an meiner Schule und unterrichten andere Klassen. Es ist schön jetzt jemanden auf der langen Tuktuk-Fahrt dabei zu haben und mit jemandem über Schüler und Lehrer reden zu können.
Letzte Woche Freitag hatte Dylan Geburtstag und statt Unterricht fand den ganzen Vormittag eine riesige Party statt. Es war unglaublich, obwohl sie selbst kaum was haben, haben die Lehrer eine Torte organisiert und sogar Maddie und ich bekamen kleine Ketten als Geschenk.


Am gleichen Tag nahm uns ein Sozialarbeiter mit in die Slums und zu Slumkindern, die auf der Straße arbeiteten (Recyclingmaterial sammeln). Es war schön die Slums zu erleben, auch wenn es einem gleichzeitig in der Seele wehhtat. In Phnom Penh gibt es über 500 slum areas, wenn man bedenkt dass 50% der kambodschanischen Bevölkerung unter 16 ist, kann man sich vorstellen wieviel Kinder dort leben. Jener Sozialarbeiter leitet ein Kinderheim, in dem Slumkinder aus besonders schlimmen Verhältnissen untergebracht werden. Wie verständnisvoll er den Eltern zugehört hat, obwohl er genau wusste dass sie ihre Kinder für sich arbeiten lassen und diese wohlmöglich auch schlagen...er hat meinen vollsten Respekt.



Ein Mädchen in den Slums freut sich über die mitgebrachten Süßigkeiten :)


                    

Am Samstag war ich dann zum "Dirty Weekend", was von Projects Abroad organisiert wurde. Wir sind in ein Waisenhaus gefahren, um dort die Wände im Hof und außen künstlerisch bunt zu gestalten. Hat total viel Spaß gemacht, leider hab ich noch kein Bild von unserem Kunstwerk bekommen. Witzigerweise fand es in einem Waisenhaus von "Asia's Hope" statt, dass heißt mir sind einige meiner Schüler entgegen gerannt gekommen, "Teacher, teacher...". :-D

Das wars auch schon mit den Neuigkeiten von meiner Seite. Da ich nun endlich Internet auf meinem Laptop habe (wenn auch seeehr langsames), wird der nächste Eintrag hoffentlich nicht lange auf sich warten lassen. Bis bald also!








Sunday, October 7, 2012

Eindrücke der ersten Woche



So, nun bin ich seit einigen Tagen richtig in Kambodscha und versuche mal ein paar Eindrücke in Worte zu fassen. Ich sage bewusst „einige“, da hier die ganze Zeit so viel Neues auf mich einströmt, dass ich mich die meiste Zeit völlig erschlagen fühle. Die ersten zwei Tage hatte sich so viel neues angesammelt, dass ich einfach nur heulen wollte…nicht weil es mir nicht gefällt, es ist wunderbar hier, aber ich glaube meinem Gehirn und Nerven war es einfach zu viel auf einmal. Ich glaube aber, dass Phnom Penh mir wirklich ans Herz wachsen wird.
Naja, tobeginatthebeginning, nach 19 Stunden auf der Reise kam ich Dienstagabend in Phnom Penh an. Nachdem ich das Visa erhalten habe verließ ich den Flughafen…und kein Mitarbeiter von ProjectsAbroad zu sehen. Mein Herz sackte mir erstmal in die Hose. Zum Glück kam aber kurze Zeit später jemand und brachte mich zu meinem Apartment. Die anderen Freiwilligen haben mich unglaublich lieb empfangen und gleich eingeladen, mit ins Café zu gehen. Aber ich war an dem Abend zu nichts mehr zu gebrauchen. Am nächsten Morgen hatte ich ein Einführungstreffen mit 3 anderen Freiwilligen und Sopah, unseren Betreuer – der, scheinbar typisch für Kambodschaner, sehr viel und gern redet und noch mehr lacht. Selbst über Dinge, die wir gar nicht komisch finden würden. Er erzählte zum Beispiel (über unsere Gesichter lachend) wie er am Wochenende einem Nachbarn half seinen toten Freund zum Tempel zu tragen.  Und machte sich darüber lustig, wie westliche Nationen mit dem Tod umgehen – in Kambodscha ist er ein völlig selbstverständlicher Teil des Lebens und er hätte schon so viele Tote zum Tempel getragen. Nun, er zeigte uns per Tuktuk die Stadt und begleitete mich am Nachmittag zu meiner Schule. Da wartete bereits eine genauso fröhliche Schulleiterin auf uns, die mir gleich mit einem strahlenden Lächeln zwei Hefte auf den Tisch legte und meinte, sie hätten für vormittags dritte Klasse und nachmittags zweite keine Lehrer, ob ich das nicht gleich mal morgen austesten möchte. Bei dem und dem Kapitel sind sie jetzt. Aber natürlich wäre es meine Entscheidung. So ein bisschen fing Panik an in mir aufzusteigen, vor allem da ich nur kleine Teile von dem was sie erzählte verstand: Es war gerade Pause und die Kinder draußen am Schreien und die Khmer-Englischaussprache ist nicht wirklich verständlich für Nichteingeweihte.  Gleich darauf fing sie aber in viel klarerem Englisch an von ihrem neuen Glauben an Gott an zu schwärmen (bevor sie die Schulgründer kennengelernt hat war sie wie alle Kambodschaner Buddhist), dass sie der festen Überzeugung ist ich wurde von Gott gesandt und es ist egal ob ich daran glaube oder nicht, er sieht alles was ich tue (war wahrscheinlich als wunderschönes Kompliment gemeint, aber im Nachhinein finde ich es ein bisschen gruslig)….wer kann denn da nein sagen? Den Rest des Tages verbrachte ich also in der Panik, dass ich 5 Stunden zu planen hatte. Die legte sich auch erst, als ich mit den anderen nach dem Abendbrot zu Jarsof Clay gegangen bin, ein Café dass das Waisenhaus unterstützt, in dem meine Zimmermitbewohnerin arbeitet. Die haben da Kuchen und Torten...sowas tolles hab ich selbst in Deutschland noch nicht gegessen.:)
Der nächste Tag war eine Herausforderung.  Dass Tuktuk-fahrer immer nett ja sagen, obwohl sie den Weg gar nicht kennen,  bewahrheitete sich gleich am ersten Arbeitstag, als ich gleich mal eine Viertelstunde zu spät kam, weil ich zu etwas völlig anderem gefahren wurde. Nach den drei Stunden am Vormittag war ich erstmal am Ende, auch wenn ich  nicht genau weiß wieso eigentlich. Ich hatte einen Lehrer mit dabei, der vieles übersetzte und da er in der Klasse war, blieben auch die Schüler ruhig. Das Klassenzimmer ist unglaublich klein, zwei Bankreihen und in der Mitte gerade mal so viel Platz, dass man durchlaufen kann. Da ich an Sitzkreise und Bewegungsspiele gedacht hatte, war das etwas unpraktisch. Da ich nicht wusste wie ihr Englischlevel war musste ich viel improvisieren. Und prompt fiel auch schon eine geplante Stunde weg und ich musste mir was aus den Fingern saugen, da sie die Vokabeln schon kannten und sich anfingen zu langweilen.Fazit: Einzelne Wörter auswendig lernen können sie gut, aber frei sprechen überhaupt. Laut der Schulleitung bin ich jetzt dafür zuständig. Der Nachmittag war viel angenehmer. Statt 14 hatte ich jetzt nur noch 8 Schüler, genügend Platz im Klassenzimmer und eine liebe kleine Lehrerin, deren einjährige Tochter mit durchs Zimmer stolperte, mir immer Bälle zuwarf und am liebsten auch mit Bildkarten sortieren wollte. Es war also schön entspannt und die Mädels der Truppe haben mir in der Pause auch meine erste Khmer-Stunde gegeben. Sie haben mir alle Wörter, die ich ihnen beigebracht habe auf Khmer vorgesagt, sie mich gnadenlos wiederholen lassen bis ich die Aussprache drauf hatte und immer wieder zwischendrin wiederholt, damit ich auch ja keins vergesse. Wenn ich so nach 6 Monaten kein fließend Khmer spreche…;)
Sonst passiert um mich herum noch so viel, dass mir der Kopf schwirrt. Immer noch übermüdet von dem Jetlag kann ich einfach nur alles um mich herum anstaunen. Schon allein was auf den Straßen los ist, besonders die auf Arbeit. Ich wohne am südlichen Ende der Stadt und muss zur Schule immer mit meinem persönlichen Tuktuk-Fahrer eine halbe Stunde die National Road lang, raus aus der Stadt, über den Mekong hinüber und ins Landesinnere hinein. Nachdem ich mich mit Sophan erst einmal über die ganzen Menschen mit diesen medizinischen Mundmasken lustig gemacht hatte (er meinte viele Frauen tragen dass um ihren Teint zu bewahren), war ich dann ganz froh als mir Vuthoeun eine schenkte. Es ist unglaublich was da an Abgasen und vor allem Staub zusammenkommt. Aber die vielen Menschen, die da unterwegs sind. Marktleute mit Handkarren, Mönche, bettelnde Kinder, viele viele  Motorräder,  die oft einen ganzen Lieferwagen ersetzen (eines hatte ca. 20 lebende Hühner am Lenkrad festgebunden und drei Schweine (allerdings tot) auf dem Rücksitz gestapelt…und immer das Gesetz, wer am lautesten hupt gewinnt. Es stimmt wirklich, es existieren keine wirklichen Verkehrsregeln. In der Stadt gibt es zwar Ampeln, die dir sogar den Countdown runterzählen, wie lange es noch rot oder grün ist, aber sonst heißt es einfach ausweichen, wenn hinter dir ein lauteres Hupen als dein eigenes ertönt.
Und einige sehr lustige Momente mit den anderen hier hatte ich auch schon. Zum Beispiel wie wir 7 Freiwilligen uns auf dem Weg zum Kino in ein Tuktuk quetschen, was eigentlich für maximal 4 ausgelegt ist. Zwei mussten sich einfach aufs Geländer setzen und einer hinter den Fahrer. Alle Khmers haben uns ausgelacht, weil wir so unglaublich langsam waren…aber wir kamen alle ans Ziel.:) Auf dem Rückweg haben wir wieder versucht ein Tuktuk zusammenzufinden, aber die meisten haben uns nur doof angeschaut und abgewinkt. Bis ein älterer Herr einen seiner jüngeren Mitarbeiter verdonnerte uns zu fahren, einfach weil er sehen wollte wie wir alle in eins reinklettern wollen. Er hätte sowas noch nie gesehen. Auch er hat sich dann scheckig gelacht ;) Bei diesem Ausflug hab ich auch in Veranstaltungsmagazinen gelesen, dass Phnom Penh eine sehr interessante Kulturszene haben muss, die von vielen jungen Künstlern und teilweise auch von Backpackern leben soll…ich freu mich drauf. 
So, jetzt hab ich ziemlich viel runtergeschrieben, ich glaube das entschuldigt mich erst einmal für eine Weile, oder? ;) 

Das Wochenende war ich auf den Killing Fields und hab die Kulturszene Phnom Penhs erkundet. Davon berichte ich aber spaeter, da gibts dann auch Bilder.:)

Erster Eintrag :)



Nun habe ich es doch tatsächlich endlich geschafft doch einen Blog zu eröffnen.  Ich werde das nächste halbe Jahr nun noch versuchen hier regelmäßig (was das heißen soll wird sich noch zeigen) über mein Leben in Kambodscha zu berichten, über meine Arbeit, Reisen, die etlichen größeren und kleineren Erfolge und Tiefschläge und sicher den einen oder anderen Kulturschock selbsttherapieren. Ab und an folgen sicher auch Fotos. Bis jetzt hab ich mich noch nicht getraut die Kamera mitzunehmen, auch wenn es schon ein paar schöne und lustige Fotos gegeben hätte.  Aber zwei Freiwilligen wurde diese Woche am gleichen Tag der Rucksack aus dem Tuktuk geklaut und scheinbar ist allen in Phnom Penh klar, dass die Kriminalität in den nächsten Wochen ansteigen wird…es stehen für nächstes Jahr Wahlen bevor (ein triftiger Grund für manche Unruhe zu stiften) und der Polizeichef ist auf eine höhere Position aufgestiegen und wird seinen Nachfolger nun testen wollen.
Aber ich will Phnom Penhs schlechtere Seite nicht schon im ersten Eintrag zeigen. Wenn ich mit diesen neugierigen und unglaublich fröhlichen Menschen rede kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass es auch diese andere Seite gibt. Naja, Fotos folgen in den nächsten Tagen und ja Mama, ich werde vorsichtig sein! ;)
Zunächst mal einfach was allgemeines darüber wo ich hier eigentlich bin und was ich hier mache.
Ich wohne in einem für Phnom Penh typischen mehrstöckigen Apartment. Fast könnte man es als Reihenhaus bezeichnen, da meist zwei oder mehrere zusammenhängen. Der Eingang erinnert etwas an ein Garagentor mit Nebentür und dahinter ist wirklich ein kleiner Vorraum, in dem Motorräder und Schuhe abgestellt werden. Schuhe müssen hier überall ausgezogen werden, selbst in der Schule hat jeder seine Schuhe draußen vor der Tür stehen zu lassen, bis auf ein paar ältere Lehrer. Abends und nachts sind vorm Haus auch Security-Guards, die aufpassen  dass keiner außer uns reinkommt. Es folgt ein großer Wohnraum (ohne Fenster, was aber auch irgendwie typisch ist), die Küche und eine steile steile Treppe zu den Zimmern. Ich befürchte irgendwann werde ich die mal mit voller Wucht runtersegeln…Es gibt 4 Stockwerke, jedes mit nem Balkon und oben auf dem Dach eine schöne Terrasse, wo man abends sitzen und die Stadt einmal im ruhigen Zustand bewundern kann. Ich teile mir im dritten Stock ein Zimmer mit Emma, einer Engländerin die hier für zwei Monate in einem Waisenhaus arbeitet. Ansonsten sind wir gerade 8 Freiwillige, eine aus Australien und der Rest Europa (England, Schweiz, Frankreich, Holland na und ich). Aber am Ende vom Monat sollen wir 16 Mann werden. Bin gespannt wie wir alle in die Küche passen sollen…

 http://www.tagos.co.uk/imgs/pics/projectpic/Cambodia/118.jpg

Ich arbeite in Asia’s Hope Christian School, einer Grundschule für Waisenkinder, die ein Stück außerhalb von Phnom Penh liegt. Sie wurde von zwei Amis, einem Geschäftsmann und einem Pfarrer aus Ohio, gegründet und von deren Gemeinde gesponsert wird von Kambodschanern geleitet. Die Kinder leben zum Großteil in Waisenhäusern, die ebenfalls zu Asia’s Hope gehören, ein paar kommen aber auch aus den naheliegenden Slums, da sie da kostenlos zur Schule gehen können. Die Lehrer in Kambodscha bekommen sehr wenig Geld von der Regierung und fordern deshalb jeden Tag etwas Schulgeld von den Schülern – was es für de Ärmeren des Landes natürlich unmöglich macht, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Es sind im Moment etwa 100 Schülern an der Schule (auch wenn ich nicht weiß wie so viele in das kleine Schulhaus passen sollen), manche kommen aber nur halbtags, da sie nebenbei noch arbeiten oder ihre Familie unterstützen müssen. Ich habe vormittags eine dritte Klasse (14 Schüler von 8-15 Jahren) für drei Stunden und nachmittags zwei Stunden eine zweite Klasse (8 Schüler im Alter von 7-9). Den ersten Tag waren noch kambodschanische Lehrer mit im Unterricht, die übersetzt haben, ich hoffe die bleiben mir noch eine Weile erhalten. Der Englischunterricht wird definitiv eine Herausforderung – was ich ja auch wollte, aber so richtig wird es mir erst jetzt bewusst. Aber jetzt gibt es erstmal Mittagessen, ich berichte davon später ausführlich!