Sunday, October 7, 2012

Erster Eintrag :)



Nun habe ich es doch tatsächlich endlich geschafft doch einen Blog zu eröffnen.  Ich werde das nächste halbe Jahr nun noch versuchen hier regelmäßig (was das heißen soll wird sich noch zeigen) über mein Leben in Kambodscha zu berichten, über meine Arbeit, Reisen, die etlichen größeren und kleineren Erfolge und Tiefschläge und sicher den einen oder anderen Kulturschock selbsttherapieren. Ab und an folgen sicher auch Fotos. Bis jetzt hab ich mich noch nicht getraut die Kamera mitzunehmen, auch wenn es schon ein paar schöne und lustige Fotos gegeben hätte.  Aber zwei Freiwilligen wurde diese Woche am gleichen Tag der Rucksack aus dem Tuktuk geklaut und scheinbar ist allen in Phnom Penh klar, dass die Kriminalität in den nächsten Wochen ansteigen wird…es stehen für nächstes Jahr Wahlen bevor (ein triftiger Grund für manche Unruhe zu stiften) und der Polizeichef ist auf eine höhere Position aufgestiegen und wird seinen Nachfolger nun testen wollen.
Aber ich will Phnom Penhs schlechtere Seite nicht schon im ersten Eintrag zeigen. Wenn ich mit diesen neugierigen und unglaublich fröhlichen Menschen rede kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass es auch diese andere Seite gibt. Naja, Fotos folgen in den nächsten Tagen und ja Mama, ich werde vorsichtig sein! ;)
Zunächst mal einfach was allgemeines darüber wo ich hier eigentlich bin und was ich hier mache.
Ich wohne in einem für Phnom Penh typischen mehrstöckigen Apartment. Fast könnte man es als Reihenhaus bezeichnen, da meist zwei oder mehrere zusammenhängen. Der Eingang erinnert etwas an ein Garagentor mit Nebentür und dahinter ist wirklich ein kleiner Vorraum, in dem Motorräder und Schuhe abgestellt werden. Schuhe müssen hier überall ausgezogen werden, selbst in der Schule hat jeder seine Schuhe draußen vor der Tür stehen zu lassen, bis auf ein paar ältere Lehrer. Abends und nachts sind vorm Haus auch Security-Guards, die aufpassen  dass keiner außer uns reinkommt. Es folgt ein großer Wohnraum (ohne Fenster, was aber auch irgendwie typisch ist), die Küche und eine steile steile Treppe zu den Zimmern. Ich befürchte irgendwann werde ich die mal mit voller Wucht runtersegeln…Es gibt 4 Stockwerke, jedes mit nem Balkon und oben auf dem Dach eine schöne Terrasse, wo man abends sitzen und die Stadt einmal im ruhigen Zustand bewundern kann. Ich teile mir im dritten Stock ein Zimmer mit Emma, einer Engländerin die hier für zwei Monate in einem Waisenhaus arbeitet. Ansonsten sind wir gerade 8 Freiwillige, eine aus Australien und der Rest Europa (England, Schweiz, Frankreich, Holland na und ich). Aber am Ende vom Monat sollen wir 16 Mann werden. Bin gespannt wie wir alle in die Küche passen sollen…

 http://www.tagos.co.uk/imgs/pics/projectpic/Cambodia/118.jpg

Ich arbeite in Asia’s Hope Christian School, einer Grundschule für Waisenkinder, die ein Stück außerhalb von Phnom Penh liegt. Sie wurde von zwei Amis, einem Geschäftsmann und einem Pfarrer aus Ohio, gegründet und von deren Gemeinde gesponsert wird von Kambodschanern geleitet. Die Kinder leben zum Großteil in Waisenhäusern, die ebenfalls zu Asia’s Hope gehören, ein paar kommen aber auch aus den naheliegenden Slums, da sie da kostenlos zur Schule gehen können. Die Lehrer in Kambodscha bekommen sehr wenig Geld von der Regierung und fordern deshalb jeden Tag etwas Schulgeld von den Schülern – was es für de Ärmeren des Landes natürlich unmöglich macht, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Es sind im Moment etwa 100 Schülern an der Schule (auch wenn ich nicht weiß wie so viele in das kleine Schulhaus passen sollen), manche kommen aber nur halbtags, da sie nebenbei noch arbeiten oder ihre Familie unterstützen müssen. Ich habe vormittags eine dritte Klasse (14 Schüler von 8-15 Jahren) für drei Stunden und nachmittags zwei Stunden eine zweite Klasse (8 Schüler im Alter von 7-9). Den ersten Tag waren noch kambodschanische Lehrer mit im Unterricht, die übersetzt haben, ich hoffe die bleiben mir noch eine Weile erhalten. Der Englischunterricht wird definitiv eine Herausforderung – was ich ja auch wollte, aber so richtig wird es mir erst jetzt bewusst. Aber jetzt gibt es erstmal Mittagessen, ich berichte davon später ausführlich! 

 

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