Sunday, February 17, 2013

The Beach feelings on Monkey Island



Ich habe es tatsächlich gewagt und mein „All alone“-Abenteuer begonnen. Nicht dass ich wirklich allein war an irgendeinem Punkt meiner Reise…zumindest bis jetzt. Aber nun sitze ich für einen Monat auf meiner Insel, dem wunderschönen Koh Rong, genieße weiße lange Strände, türkisblaues warmes Wasser, frische exotische Früchte, freies Essen und gute Gesellschaft.  Es fühlt sich fast unrealistisch an, so schön ist es hier und so entspannt und sorgenfrei das Leben. Ich saß heute mit Remy, einem Langzeitgast, auf dem Steg und hatte eine lange Diskussion was eigentlich Realität und reales Alltagsleben ist. Wäre es eine Flucht vorm realen Leben, entschiede man sich für immer hierzubleiben? Wer sagt, dass ein Leben im Paradies nicht real und umsetzbar ist, warum muss es immer das konfliktreiche Leben im kalten Deutschland/USA sein?
Keine Sorge, ich habe nicht vor hierzubleiben und Aussteiger aus der Gesellschaft zu spielen. Vielleicht später irgendwann einmal ;) Im Moment genieße ich nur einfach mein Inselleben. Aber von Anfang an…



Nach einem sehr schönen und lustigen letzten Abend mit viel Rotwein, mexikanischem Essen und „Mädelsgesprächen“, nahm ich letzte Woche Dienstag den kleinen überfüllten Minibus nach Mondulkiri, dem „wilden Osten“ von Kambodscha. Langsam wurde der Weg hügeliger und kurvenreicher – langsam fingen alle Frauen um mich herum an erbarmunglos in ihre Plastiktüten zu kotzen- und irgendwann fuhren wir statt durch Reisfelder durch dichtbewachsenen Dschungel. Nur unterbrochen von Rodungsfeldern, auf denen nun Plantagen angebaut werden. Schade…Am nächsten Tag ging es dann von der einzigen Touristenstadt aus, 3 Straßen mit ein paar Gasthäusern, mit dem Jeep über staubige Straßen zum Elephant Valley Project. Es war ein unglaublicher Tag, definitiv einer der interessantesten die ich hier bis jetzt erlebt habe! Das Projekt kauft oder „mietet“ misshandelte oder kranke Elefanten von den Besitzern und gibt  ihnen in einem sehr idyllischen Dschungeltal die Möglichkeit wieder wie normale Elefanten leben zu können. Und jeder Elefant, der für Touristenzwecke genutzt wird ist ein gesundheitliches Wrack, denn entgegen aller Vermutungen ist ein Elefantenrücken nicht zum Tragen schwerer Lasten gemacht –bei zu großer Belastung (sprich einer schweren Trage mit 2 dicken Touristen drin) drückt es die Rippen nach unten und quetscht die inneren Organe.
Wir hatten also die Chance einen Tag mit diesen Elefanten zu verbringen, hinter ihnen in den Fluss zu waten und sie mit Wasserkübeln zu waschen und sie im Wald zu beobachten, während sie ganze Sträucher und Pflanzengestrüpp in sich stopfen. Die ganze Zeit waren wir so nah, dass wir sie hätten streicheln können. Wenn man vor so einem riesigen halbwilden Tier steht, hat man dann aber noch zu viel Respekt. Ich hab nur eine Elefantendame namens Onion am Rüssel gestreichelt – unglaublich, wie rau die Haut ist. Diese Tiere waren so faszinierend und ihr Sozialverhalten ist Menschen so ähnlich (auch Elefanten können nachtragend, mitleidig oder eifersüchtig sein), es war wirklich toll sie so nah und lebensnah zu sehen. 


 
Naja, und nun bin ich auf der Insel. Arbeite im Moment immer zur Frühstücksschicht, 8.30 bis 2.30 Uhr, den Rest des Tages hab ich frei. Es ist alles sehr rustikal, Strom und Wasser funktionieren nur dann wenn sie gerade wollen, Ventilatoren gibts nicht, aber es ist wunderschön! Die Bar ist direkt am Strand, ich hab seit meiner Ankunft keine Schuhe mehr getragen und kann stolz sagen, dass ich jeden Tag bis jetzt im warmen, türkisblauen Meer schwimmen war. Meine einzige Sorge soweit ist den Touristen klar zu machen, dass sie auf einer kleinen Insel in Kambodscha sind und nicht im 5 Sterne Ibiza-Resort. Wenn viele Gäste anwesend sind dauert es nun mal bis zu einer Stunde, bis das Essen da ist, da hilft es auch nicht in die Küche zu rennen und Stress zu machen. Kambodschaner haben die Ruhe weg, das Essen ist halt fertig wenn es fertig ist. Aber manches versteh selbst ich nicht. Zum Beispiel warum sie mich bei der 20. Bestellung des Tages immer noch wies erste Auto anschauen, wenn ich nach Besteck frage. Aber die paar grauen Haare nehme ich für das Leben hier in Kauf. Auch dass die Wände in unserem Haus nur halbhoch und aus dünnen Holzbrettern sind, so dass man wirklich alles nachts hört. Da ich aber von wunderbaren netten Menschen umgeben bin, ist das alles kein Problem.
 Ich bin in wenigen Tagen von einer großen internationalen Familie in Phnom in die nächste internationale Familie auf der Insel gerutscht. Was hier noch viel mehr an Bedeutung zu haben scheint, da man sich auf einem 3km Strand nicht wirklich aus dem Weg gehen kann und so wohl oder übel zusammen lebt, arbeitet, weint, lacht und trinkt.  Mein Chef ist Grieche, meine Arbeitskollegen sind hauptsächlich Türken, zwei Amerikanerinnen, ein kanadisches Pärchen und natürlich Kambodschaner. Und jetzt, in meinem letzten Monat Kambodscha, schaffe ich das was ich in 4 Monaten Phnom Penh nicht geschafft habe, ich lerne endlich Khmer. Zumindest soweit, dass ich mich mit meinen lieben Khmerfrauen in der Küche verständigen kann. Ansonsten arbeiten und leben hier kaum mehr als 20 Menschen auf der Insel, einige Holländer, Engländer und Amis die dem kalten grauen Alltagsleben ihrer Heimat entflohen sind und nun vom Inselleben eingesaugt wurden. Sprich, wenn einer erwähnt er will in einigen Tagen weiterreisen, lacht der Rest nur - es ist wie The Beach, wenn man einmal drinsteckt bleibt man auch. Mal sehen wie es mir in einem Monat geht...;) Durch die Touristen entsteht aber ein angenehmer Mix und da ich den meisten frühmorgens ihren Kaffee serviere, findet sich abends auch immer jemand zum trinken und am Strand sitzen. Alles ist locker und entspannt, es gibt immer jemanden zum Blödsinn machen, rumphilosophieren, durch den Dschungel trekken oder einfach nur faul am Strand liegen. Wien bisschen scheen....

Im Moment liegen wir inder Mittagsflaute auf den Bänken der Bar, fühlen uns wie Hemingway und schreiben eine Liste der dümmsten Situationen mit den Gästen hier. Ich werde einige sicher hier bald posten. I'll keep you updated!


3 comments:

  1. Um meinen Ruf gerecht zu werden, müßte ich jetzt hier das Kochrezept für Elefantengulasch verewigen. Aber mit Rücksicht auf die zarten Seelen der geneigten Leserschaft verkneife ich mir das.
    Zum Aussteigen oder besser Einsteigen in das vemeintlich ruhige – ich glaube nicht daran, weil es dort auch andere Menschen gibt, also auch zwingend Mord- und Totschlag – Inselleben bist du noch zu jung. Die Welt steht dir ja noch offen. Aber, wenn du so um die Dreißig bist, kannst du ruhig mal drüber nachdenken. Es gibt wirklich keinen triftigen Grund, der dir gebietet sich hier mit komplett gestörten Deutschen rumzuärgern.

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  2. Oh man das ist so beneidenswert! Obst, Cocktails und interessante Konversation an einem warmen Strand. Ich wünschte ich hätte soviel Mut zusammengenommen mich auf so ein Abenteuer einzulassen.

    Naja schau ich mal weiter zum -4 Grad kalten, grauen, deutschen Winter hinaus. Oh, es hat wieder mit Nieseln angefangen ... wie lieblich

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  3. Warum denn nicht... obwohl, ein heutiger Abstecher nach Heidenau zeigte ähnliche Strände und entspannte Gemüsehändler winken auch an jeder Ecke. Sooo anders kann das auch nicht sein. ;o)

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