Und schon ist die Zeit in meiner Lieblingschaosstadt vorbei.
Es ist unglaublich wie die Uhren hier ticken, jeder Tag fühlt sich zu Beginn so
endlos an und nach einem Wimperschlag
ist die Woche vorüber.
Die letzten Wochen an meiner Schule vergingen wie im Flug.
Ich habe einige Ideen und Spiele immer wieder aufgeschoben, so dass vor allem
für meine kleinen 1.Klässler die letzten Wochen hauptsächlich aus basteln,
malen, kleben und spielen bestanden und
die Seiten des Englischheftes zu Sticker-Sammelalben wurden (danke Mama!). Der
Abschied letzten Donnerstag war traurig. Ich habe jedes Kind so liebgewonnen,
dass ich allein bei der Vorstellung sie vielleicht nie wiederzusehen heulen
könnte. Jedes einzelne hatte seine eigene Geschichte, aber alle waren so
fröhlich, neugierig und sehr kuschelbedürftig – was nicht so selbstverständlich
ist, wenn man bedenkt was manche von ihnen bereits durchgemacht haben. Ich
würde so gern in 10 oder 20 Jahren wieder nach Phnom Penh kommen und sehen, was
aus ihnen geworden ist. Ich hoffe sehr, dass sie den Sprung im Leben schaffen…
Abgesehen von meiner Arbeit bin ich allerdings sehr gespannt
darauf, aus Phnom Penh herauszukommen. Meine Mitbewohner haben wieder einmal
komplett durchgewechselt, so dass außer Colin keiner mehr vom Anfang da war.
Durch die Trockenzeit und Kanalarbeiten hat das Wasser nun trotz Filter einen
merkwürdigen Nachgeschmack und die Straße Richtung Russian Market riecht übel
nach Kanalisation…ich glaub ich bin bereit weiterzuziehen. J
Das vorletzte Wochenende haben meine amerikanische Freundin
Gretchen und ich spontan beschlossen Phnom Penh zu verlassen und etwas frische
unverabgaste Luft zu schnuppern. Also ging es ab nach Kampot, eine sehr hübsche
aber unspektakuläre Stadt am Fuße des Bokor Hills. Tagsüber erkundeten wir den
Nationalpark, kraxelten einen fast nichtexistenten Wasserfall hoch (der Plan
war eigentlich darin zu schwimmen…doofe Trockenzeit), fuhren zur Bergspitze und
erkundeten alte in Nebel gehüllte Ruinen aus französischer Kolonialzeit und
genossen die Aussicht von der Spitze des Berges. So viel frische und
ausnahmsweise mal nicht schwüle Luft hab ich die letzen 4 Monate nicht gehabt,
es fühlte sich so befreiend an! Leider dachten sich das chinesische Investoren
auch, deshalb haben sie Großteil des Nationalparks aufgebaut und ersetzen jetzt
langsam aber sicher wunderschöne Tropenwälder mit Hotels, einem potthässlichem
Casino, Hubschrauberlandeplatz und was weiß ich noch. Dabei war Teil des Waldes
vor einigen Jahren kurz davor Welterbe zu werden, da die kambodschanische
Regierung aber zu inkompatibel und korrupt ist um es ordentlich schützen, wurde
leider wieder davon abgesehen. Schade…
Die Nächte haben wir in unserer Hostelbar verbracht. Es war einen Atmosphäre wie aus
Althippiezeiten, sehr locker und gemütlich. Die Matratzen in unserer Schlafsaalhütte
waren ein Witz, dafür hatten wir dank einer fehlenden Wand eine wunderschöne
Aussicht über den Fluss. Wir haben das Australia-Day Wochenende erwischt, was
hieß: Party! Auch wenn es die Nächte davor genauso war…Es war herrlich, der
schönste Moment dieses Jahr war mitten in der Nacht im Fluss schwimmen, alles
war vom Vollmond hell erleuchtet und zwischen unseren Fingern schimmerte das
Plankton. Satz des Abends: „Are
there any crocodiles in the river?“ –„Nah, they were eaten by the sharks.“ Glücklicherweise
sah man durch das schimmernde Plankton ganz gut, dass nichts näher kam…;)
…als ich am nächsten Tag das Wasser des Flusses betrachtete
war ich nicht mehr ganz so begeistert über mein „let’s go swimming at 2 in the
morning“. Zum Glück hat es vorher fast
nur Nationalpark gesehen. ;)
Nun, dieses Wochenende, mein letztes in Phnom Penh ist noch
im vollen Gange und Gretchen und ich machen das Beste draus. Der ehemalige
König Sihanouk hat seine Beerdigung morgen (Montag), weshalb alle sich auf
einen Ansturm von 2 Millionen Menschen gefasst machen, bis jetzt hält es sich
aber noch in Grenzen und abgesehen davon, dass die Straßen aus Lautsprechern
mit Gebeten und zeremonieller Musik erfüllt wird und alle schwarz weiß tragen,
ist alles noch beim Alten. Wir haben einen Quadbiking Ausflug durch die
Reisfelder um Phnom Penh gemacht, inklusive Sonnenuntergang, was sehr lustig
war. Und nach mehreren Stunden Wäsche waschen und Sachen packen, haben wir uns
eine Aroma Massage gegönnt und sitzen jetzt schlaff und entspannt wie lange
nicht im Blue Pumpkin und probieren die Eiskarte durch. In 2 Stunden fährt
Gretchen zum Flughafen L
und ich werde mich Dienstagmorgen auf den Weg nach Mondulkiri machen, den „wilden
Osten“ von Kambodscha, um zwei Tage in einem Elephantenprojekt zu verbringen. 2,5 Monate auf einer wunderschönen Insel und durchs wunderschöne Südostasien reisen...let the adventure begin! :)
Ob die Stadtluft wirklich wegen der Kanalarbeiten so übel geworden ist? Ich meine, der König gärt ja schon monatelang so vor sich hin.
ReplyDeleteLass das nicht die Kambodschaner hören, hier ist gerade Staatstrauer, da er heute beerdigt wird. Er ist also schon verbrannt, ergo es muss an den Kanalarbeiten liegen...Morgen bin ich im Dschungel, mich soll es nicht mehr stören :)
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